„We are Skinheads we are RED we are FREE!“

Selbstverständnis von RASH /// STGT

Wir verstehen uns als Teil eines weltweiten Netzwerkes linker Skinheads, denen der bloße Anspruch des Antirassismus nicht ausreicht. Ein Zusammenschluss von Anarchisten und Kommunisten, deren gemeinsame Schnittpunkte darüber hinaus die Themen Antifaschismus, Antikapitalismus, Antimilitarismus und Antiimperialismus sind,
sowie das Streben nach einer befreiten Gesellschaft.

Uns ist es wichtig innerhalb der Skinheadszene Grenzen abzustecken, die gerade in den letzten Jahren durch die Grauzonenproblematik stark miteinander verschmolzen sind und immer wieder aufzuzeigen wie a-politische Anteile der Szene mit Rechtsradikalen und dem Staat kooperieren um gegen links vorzugehen.

Working Class ist für uns nicht nur ein Wort sondern der ständige Kampf gegen die herrschende Schicht und keine bloße Textzeile die wir am Wochenende auf irgendwelchen Oi-Konzerten mitgröllen um uns dann unter der Woche doch nur wieder bürgerlicher Ansichten anderer unterzuordnen, die schon längst resigniert haben.

Im Sinne des Way of life tragen wir den Bruch mit der bürgerlichen Mitte in unseren Herzen und das ohne den Spaßfaktor dabei zu verleugnen.



Staatliches Engagement gegen RASH.

Seit der Gründung von RASH STGT macht sich bei uns immer wieder eine enorme Energie bemerkbar, die von staatsseiten aus gegen uns aufgebracht wird und bestimmt auch nicht billig ist. Die Wichtigkeit gegen links vorzugehen, währenddem auf der anderen Seite Akten geschreddert werden und neonazistische Übergriffe verharmlost oder gar legitimiert werden, macht sich auch an unserem Beispiel oft sehr deutlich.

Nichts außergewöhnliches, zumindest wenn es um den sogenannten „Linksextremismus“ geht, der es dem Bürger eigentlich erst ermöglicht hat auf einige Freiheiten und Rechte im Leben zurückgreifen zu können, die nun durch reaktionäre Kräfte im Sinne der „Sicherheit“ immer weiter eingeschränkt werden. So möchten wir als der noch lebendige Teil der linken Skinhead-Szene in Stuttgart in eigener Sache mal folgendes über diese Gegenfront uniformierter Dienstleister zusammentragen.

129b Verfahren beim OLG-Stuttgart.

Nach unserem Aufruf zur Prozessbeobachtung eines 129b-Prozesses, vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart im März 2013, sah sich der zuständige Richter gezwungen ein besonderes Polizeiaufgebot anzuordnen, da man den Aufruf von uns offenbar nicht einschätzen konnte. Über 12 teils mit Maschinengewehren (!) bewaffnete Polizisten bewachten dann das Gerichtsgebäude und saßen teilweise auch im Gerichtssaal. An der Prozessbeobachtung nahmen höchstens 6 Personen teil, die sich friedlich verhielten und bis dato gab es auch keinen Anlass für einen übertriebenen Sicherheitsgedanken, es war ein Prozesstag von vielen in diesem Verfahren dass sich voraussichtlich noch bis Juni hinziehen wird. Auf Frage der Anwälte womit man begründet dass bewaffnete Polizisten mit im Gerichtssaal sitzen müssen, wobei ja auch allerhand passieren kann, räumte der Richter ein dass es um einen „nicht einschätzbaren Aufruf zur Prozessbeobachtung“ u.a. von RASH Stuttgart geht, der den Sicherheitsgedanken vorangetrieben hat. Nachmittags wurden die schwer bewaffneten Polizisten größtenteils dann wieder abgezogen.

Anquatschversuche.

Im September 2012 kam es im Raum Backnang zu einem Anquatschversuch für eventuelle V-Mann-Aktivitäten, im Interesse der Informationssammlung über RASH STGT. So wurde ein junger Mann recht freundlich gefragt ob er denn in der linken Skinheadszene in Stuttgart unterwegs ist. Dies bejahte der junge Mann, der noch nicht ahnte dass sich sein gegenüber bald als Kripobeamter outen sollte, der an Informationen über RASH STGT interessiert war, wie er offen zugab. Der junge Mann kooperierte nicht und hatte kein Interesse an einer Zusammenarbeit.

Rechtswidrige Verhaftung von Genossen.

Ein nichtauffindbarer Facebookeintrag diente im Februar 2012 der Begründung einer Verdunklungsgefahr und somit der Inhaftierung unseres Genossen Smily. Nach dem ersten Prozess vor dem Stuttgarter Amtsgericht konstruierte man dann in eine Fluchtgefahr um, von der bis dahin niemals ausgegangen wurde. Verfassungswidrig wurde unser Genosse dann weiter festgehalten, der offensichtlich auch im Stammheimer Knast einer Sonderbehandlung unterlag (…)

Demonstration in Schorndorf.

Zum Gedenken an die Opfer des Brandanschlages in Winterbach, wo Neonazis Jagd auf junge Imigranten machten, fand Anfang April 2013 eine Demonstration in Schorndorf statt. Ein Aufruf von RASH STGT zur Teilnahme an der Demonstration reichte aus dass die Anmelder der Demonstration nochmal gesondert bei der Stadt vorsprechen mussten, da man auf einmal auch hier nicht mehr einschätzen konnte, was der Aufruf von RASH STGT mit sich bringt…

Dokumentation von Aktionen.

Eifrig wurden Ende April 2013 im Stadtteil Stuttgart-Ost angebrachte Plakate für das All Power To The People Festival von der Polizei fotografiert und gesammelt, die sich scheinbar außerordentlich Mühe gibt bloß nichts zu verpassen.

Resümee.

Unterm Strich demaskiert sich die hässliche Fratze unseres wehrhaften Staates sehr oft für uns und es braucht nicht viel Phantasie um festzustellen was mit all dem erzielt werden soll. Man will die Bewegung schwächen und isolieren indem man versucht Menschen einzuschüchtern, zu kriminalisieren und zu diffamieren.
In all dieser Scheiße gibt es aber auch immer wieder positive Dinge zu entdecken und das dürfte für uns mitunter die Erkenntnis sein dass wir es offensichtlich geschafft haben zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich zu ziehen und das unsere Arbeit offensichtlich auch Früchte trägt.

RASH /// STGT