Archiv für September 2013

Solidarität mit Smily

Der Stuttgarter RASH-Aktivist Smily tauchte Mitte September 2013 in die „Illegalität“ ab und verweigerte sich dem demütigendem Ritual, einem „Haftantritt“ Folge zu leisten und am Knasttor um Einlass zu bitten.

In seinem kämpferischen Beitrag (siehe oben, auch zu finden auf http://rashstuttgart.blogsport.de/2013/09/16/gruesse-aus-der-illegalitaet )
wendet er sich öffentlich an Richter und Staatsanwälte.

Selbst ein Red-Skin, möchte ich an dieser Stelle ebenso herzschlagende wie solidarische Grüße an Smily los werden und ihm viel Kraft und Glück auf diesem Weg wünschen. Smily hat sich in ausführlichen und analytischen Artikeln schon aus der U-Haft (JVA Stammheim) zu Wort gemeldet, wo er 10 Monate eingeknastet war, weil er im Sommer 2011 eine körperliche Auseinandersetzung mit Skinheads hatte, die der rechtsoffenen Szene zuzurechnen sind.

Freiheit wird einem nicht gegeben – Freiheit muss man sich nehmen!

Thomas Meyer-Falk, c/o JVA (SV-Abtlg.), Hermann-Herder-Str. 8, D-79104 Freiburg

https://freedomforthomas.wordpress.com
http://www.freedom-for-thomas.de

Quelle


Zeitung gegen die Einheitsfeier

m 3. Oktober sollen in Stuttgart die offiziellen Feierlichkeiten zum „Tag der Deutschen Einheit“ stattfinden. Unter dem Motto „Zusammen einzigartig“ werden eine halbe Million Besucher zu dem Spektakel erwartet. Mit Partymeile, Bürgerfest, Gottesdienst, Spiel- und Sportarena und staatsoffiziellem Festakt soll die aufwändige Inszenierung vor allem eines: Den kompromisslosen Siegeszug des deutschen Kapitals der letzten 23 Jahren in hellem Glanz präsentieren und als Wohltat für die gesamte Bevölkerung verkaufen.

Mit einer Demonstration am 3. Oktober und kreativen Aktionen auf dem Fest, sowie Veranstaltungen im Vorfeld sollen die strukturellen Missstände des Kapitalismus offengelegt, die antikommunistische Propaganda angegriffen und die Perspektive einer solidarischen Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung aufgezeigt werden.

Die Zeitung zu den Protesten gegen die Einheitsfeierlichkeiten ist ab sofort erhältlich. Die Artikel darin behandeln die Entwicklung in der BRD seit 1990, sowie den mit den Feierlichkeiten einhergehenden Antikommunismus.
Sie ist unter anderem bei der Veranstaltung am Mittwoch, den 25. September im Linken Zentrum Lilo Herrmann erhältlich, sowie beim Open-Air Kino am 27. September auf dem Marienplatz.

Zeitung als PDF

Quelle

Sponti in Stuttgart 50 Menschen gedenken Pavlov Fysass (Killah P)

Unter dem Motto „Trauer in Widerstand wandeln“ sammelten sich am Samstag abend ca 50 Antifaschistinnen und Antifaschisten auf dem Schlossplatz in Stuttgart. Grund für die Sponti durch die Stuttgarter Innenstadt war der am 18.09 verübte feige Mord an dem griechischen Antifaschist Pavlov Fyssas durch Kader der faschistischen Partei „Goldene Morgendämmerung“ in Griechenland.

Dieser kaltblütige Mord ist nach Clement Meric bereits der zweite möderische Anschlag auf aktive AntifaschistInnen innerhalb kürzester Zeit. Grund genug also sich die Straße zu nehmen! Mit Parolen wie „Kein Vergeben Kein Vergessen!Nazis haben Namen und Adressen“ und „Hoch die Internationale Solidarität“ zog der Demonstrationszug durch die belebte Königsstraße um Pavlov zu Gedenken.

Außer den Parolen wurde folgende Rede verlesen:

Liebe Passantinnen und Passanten,

wir sind heute auf der Straße um unsere Solidarität mit den Angehörigen und Bekannten des ermordeten griechischen Rapper und Antifaschisten Pavlov Fyssas zu zeigen. Er wurde in der Nacht zum 18.09. von Neonazis der griechischen Partei „Goldene Morgendämmerung“ erstochen. Diese Partei fällt in letzter Zeit immer wieder durch ihre bewaffneten Schlägertrupps auf, die gegen MigrantInnen, Linke und Andersdenkende vorgeht. Solch ein Vorgehen ist nicht hinnehmbar und wir erteilen Faschisten und ihrem Gedankengut eine klare Absage, denn Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen.

Alerta Antifascista!

R.I.P Pavlov Fyssas

Quelle

Kommando Maik S. – Keinen Meter /// Mobitrack Göppingen 12. Oktober ’13 /// Nazis Blockieren

Seit einigen Jahren versuchen Neonazis in Göppingen vehement ihr Unwesen zu treiben. Sie verbreiten ihre menschenverachtenden Inhalte durch Kundgebungen und onlinegeschmiere. Auch schrecken sie nicht davor zurück, sich durch gezielte Angriffe auf engagierte Antifaschisten und Migranten in die Schlagzeilen zu bringen. Am zwölften Oktober wollen sie erneut eine bundesweit angekündigte Demonstration in Göppingen abhalten. Wie schon im vergangenen Jahr sind unter den unterstützenden Gruppen wieder das freie-netz-süd (FNS) aus Bayern und vereinzelte Gruppen aus NRW, Thüringen, BaWü, die dem autonomen-nationalisten-spektrum aber auch den kameradschaftsspektren, den NPD-Kreisen oder wie im Fall des FNS auch den NSU-Unterstützerkreisen zuzuordnen sind. Dass so eine Demonstration möglich gemacht wird, hat nichts, aber auch gar nichts mit demokratischer, freier Meinungsäußerung zu tun. Es gibt genügend Städte, in denen couragierte Bürger sich den Nazis in den Weg stellen und deren Auftreten somit verhindern (z.B. karlsruhe). Gewaltfrei. Da jedoch in Göppingen courage klein und übertriebene Polizeieinsätze groß geschrieben werden, kommen wir nicht umhin uns auch dieses Jahr wieder das Motto „naziaufmarsch mit allen mitteln verhindern“ auf die Fahnen zu schreiben. Wir werden da sein. Wir werden mehr sein. Wir haben null Respekt.
Alberta an die Kanister!

Nazis stoppen in Göppingen

Grüße aus der Illegalität

Nachricht vom RASH-Aktivist Smily (Red and Anarchist Skinheads) zum
aktuellen Haftantrittstermin in der JVA Rottenburg:

Hiermit gebe ich bekannt dass ich den heutigen Haftantrittstermin nicht wahrnehmen werde und mich die Stuttgarter Staatsanwaltschaft, sämtliche Richter, der Staatsschutz und der Verfassungsschutz sowieso, als auch alle anderen Nazi- und Kapitalbeschützer und deren Helfershelfer ganz einfach mal fett am Arsch lecken können!
Es gibt noch so viel schöne Dinge zu erleben und ich hab jetzt echt keine Zeit für so‘n Quatsch!
Zu verlieren habe ich nichts. Meine Freiheit zu gewinnen.

An Herrn Sitzler und die ganze Staatsschutzbande vom Dezernat 2.2:

Vielen Dank für den erneuten Besuch in meiner Wohnung, aber ich war leider gerade verhindert. Ist Euch Trotteln mittlerweile schon mal aufgefallen dass Ihr fast nur Gegenstände konfisziert habt, die Ihr im Vorjahr schon kurzfristig Euer Eigen nennen konntet? Naja, als Trostpreis gab’s ja dann zumindest noch einen Baseballschläger und ne Jogginghose, was Euch auch ganz bestimmt bei Euren „Aufklärungsarbeiten“ weiterhelfen wird…

An Herrn Staatsanwalt Biel und den restlichen Haufen:

Wussten Sie schon dass es in der altgriechischen Bibel ganz hinten ein Übersetzungsverzeichnis gibt? Nun raten Sie mal was da unter „Satan“ steht… – Ankläger vor Gericht! – Erkennen Sie sich wieder?

Sehr geehrte Frau Richterin Neuffer vom Amtsgericht Stuttgart,
Ihr 2. bestandenes Staatsexamen dürfte nicht all zu lang her sein, aber gut zu wissen dass sich an der juristischen Fakultät bis heute nichts geändert hat und die Universität vermutlich seit über 100 Jahren die gleichen Charakterprodukte ausspuckt. Ist die Anzahl der Burschenschafter unter den Studenten denn mittlerweile schon von 90 auf 95% gestiegen? Mit welchem von denen mussten Sie schlafen bis man Sie dort endlich entlassen hat, oder haben Sie bei ihrem Prof im Garten öfters mal den Rasen gemäht? Sie sind für mich ungefähr so neutral wie die NSDAP 1933 und wer mit dem Staatsanwalt am Stammtisch sitzt wissen wir doch alle.

An alle 3 Parteien:

Passt bloß auf dass Ihr nicht irgendwann mal für Eure Machenschaften zur Rechenschaft gezogen werdet und Ihr diejenigen seid die im Zuchthaus landen. Ich persönlich halte da 10 Jahre Gulag für sehr wirtschaftlich. Danach könnt ihr Euch auch gern wieder als Bürger integrieren. Allerdings dann in eine Diktatur des Proletariats, die dazu führen wird dass man den Staat als übergeordnete Macht irgendwann überhaupt gar nicht mehr braucht.
Vergessen Sie nicht: Täter haben Namen und Adressen, Ihr auch!

An den Aktivbürger:
Danke dass mit Eurer Hilfe und Eurem stupiden Glauben an irgend eine Ordnung – auf die Ihr gar keinen Einfluss habt – immer wieder sichergestellt werden kann dass sich auch nie etwas ändern wird. Zum Glück seid Ihr nicht in der Überzahl!

An den zweifelnden Bürger:

Lasst Euch für die anstehenden Wahlen bloß nicht wieder von irgendwelchen etablierten Blockparteien und ihren demokratischen Phrasen blenden, die später sowieso nicht eingehalten werden. Auch nicht von den Grünen, die nur als ein Abfallprodukt der Friedensbewegung zu werten sind. Erinnert Euch welche Partei jedes Jahr unangenehme Anträge an den Bundestag stellte und zur Aufklärung des NSU-Skandals drängte, wodurch staatliche Organe immer wieder in Erklärungsnöte kamen und gezwungen wurden immer frecher zu lügen.
Macht es diesmal richtig. Wählt Links!

An alle Genossinnen und Genossen:
Wenn es uns nun vielleicht auch manchmal etwas traurig stimmen mag dass wir uns jetzt für eine Weile nicht mehr so regelmäßig sehen werden, so bleibt doch immer noch der gemeinsame Kampf und das Streben nach Freiheit was uns verbindet. Meine Liebe lasse ich Euch da und in Gedanken stehe ich ganz stolz mit erhobener Faust in Eurer Mitte.

Für die sozialistische Revolution!
Für die dauerhafte Unterdrückung der Bourgeoisie!
Für den Kommunismus!

Smily hatte im Sommer 2011 eine handfeste Auseinandersetzung mit mehreren „unpolitischen“ Skinheads aus der rechtsoffenen Grauzone und wurde dann im Februar 2012 – gerade noch 2 Wochen vor der anhängigen Verhandlung beim Stuttgarter Amtsgericht, für die keine einzige Anzeige vorlag – durch ein SEK-Kommando aus seiner Wohnung heraus verhaftet. Begründet wurde dies mit einer angeblichen Verdunklungsgefahr, der als Beweis ein nicht auffindbarer Facebookeintrag genügte in dem er angeblich Zeugen bedroht haben soll. Nachdem sich das schon vor dem Amtsgericht nicht mehr halten konnte, wurde kurzerhand in eine Fluchtgefahr umkonstruiert, von der bis dahin niemals ausgegangen wurde.
Schon vor Smilys Verhaftung wurde bereits mit Eintreffen der Anklageschriften durch das Stuttgarter Amtsgericht aus den Aktenzeichen ersichtlich dass sich hier die politische Abteilung der Staatsanwaltschaft dem Fall annahm und die Klassenjustiz zog hier im weiteren Verlauf wirklich alle Register um den Genossen 10 Monate lang in Stammheimer U-Haft festzuhalten. Großzügig wurde im gesamten Prozess, der ganze 3 Instanzen andauerte, über Widersprüche in den Aussagen der belastenden Zeugen oder entlastende Aussagen und Details hinweggesehen.
Im Dezember 2012 musste man den Genossen dann vorerst wieder freigeben, da die gesamte verhängte Strafe von 10 Monaten Haft, welche vom Landgericht Stuttgart im Berufungsprozess nochmals bestätigt wurde, schon allein in der U-Haft verbüßt war.
Um angeblich begangene Straftaten ging es hier offensichtlich im ganzen Fall von Anfang an nicht, sondern vielmehr darum mal wieder mit aller Härte gegen links vorzugehen und ein Exempel zu statuieren, wie sich auch nachfolgend darstellen lässt.

Nach der Entlassung befand sich der Genosse noch in Revision vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht. Die Revision wurde dann Anfang 2013 als unbegründet verworfen, wie es vor dem OLG üblich ist und leider auch nicht anders zu erwarten war. Man wollte sich dort schlichtweg Arbeit vom Hals halten. Keine 2 Wochen später folgte dann schon der Antrag auf einen Bewährungswiderruf durch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft, die einmal mehr ihre Verfolgungswut gegen links preisgab.
Zum „Tatzeitpunkt“ stand Smily unter zweifacher Bewährung. Eine Bewährungsstrafe wegen leichter Körperverletzung (3 Monate, für eine Ohrfeige während der Störung des Schleusungspunktes eines Kategorie C-Konzertes in Stuttgart Bad Cannstatt) und eine andere wegen eines Betrugsdeliktes (10 Monate, Computerbetrug).
Nach 2 darauf folgende richterliche Anhörungen entschied man sich dennoch den beantragten Bewährungswiderruf der Staatsanwaltschaft stattzugeben. Ein fester Wohnsitz, die Tatsache dass der Genosse sein Studium wieder aufnahm und derzeit schon fast wieder 10 Monate draußen war, sollten daran natürlich auch nichts ändern. Nun gab es noch den Weg der Beschwerdeführung bzgl. der laufenden Bewährungen, die über 2 verschiedene Strafkammern verlief.
Währenddem die 13. Strafkammer, die für die Körperverletzungsbewährung zuständig war – um die es ja eigentlich im ganzen Fall auch ging – entschied, dass mit der Stammheimgeschichte längst genug auf den Genossen „eingewirkt“ wurde, entschloss sich die 8. Strafkammer ganz anders und verhängte den Bewährungswiderruf nun wegen einer Betrugsgeschichte, für die bereits 2/3 entstandener Kapitalschaden abbezahlt war und damit schon fast beglichen ist. Die Tat der angeblich vorsätzlichen Körperverletzung (Grauzone vs. RASH) begründet also nun den Bewährungswiderruf eines Betrugsdeliktes, das schon um einige Jahre zurückliegt und wofür auch 140 Arbeitsstunden erbracht wurden, obwohl das Eine mit dem anderen überhaupt gar nichts zu tun hat. So kam für den Genossen dann Ende August 2013 schon ein Haftantrittstermin für den 16.09.13 von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft ins Haus geflattert und 10 weitere Monate Knast sind nun durch den Bewährungswiderruf angedacht, um weiter auf den Genossen „einzuwirken.“ Davon zog man gnädigerweise gleich einen Monat ab, weil er seine Arbeitsstunden bzgl. des Betrugsdeliktes so schnell erbracht hatte. Nun würde ihm theoretisch zwar der Freigang zustehen, damit er parallel zur Haftstrafe noch sein Studium weiterführen kann, aber auch das wird voraussichtlich nicht in Frage kommen.

Nachdem man dem Genossen nun noch einen Widerstand gegen die Staatsgewalt anhängen will, weil er sich zur revolutionären 1. Mai-Demonstration nicht einfach so seine rote Fahne von aufgewiegelten Polizisten wegnehmen lassen wollte (RASH STGT berichtete dass die Bullen jetzt versuchen im Nachhinein ihren unrechtmäßigen Polizeieinsatz auf der revolutionären 1. Mai-Demonstration in Stuttgart zu legitimieren) und auch bis jetzt noch keine Antwort zum Antrag auf Freigang von der JVA Rottenburg kam – was sehr ungewöhnlich ist – als auch eine weitere Hausdurchsuchung in der Wohnung von Smily (erneut durch den Staatsschutz) stattfand, die im Zuge der Ermittlungen wegen antifaschistischen Aktivitäten während des Wahlkampfes in der Abwesenheit des Genossen durchgeführt wurde, lässt sich insgesamt wohl eher darauf schließen dass der Genosse die 9 Monate in geschlossener Haft verbüßen soll und es bei diesem Zeitraum höchstwahrscheinlich auch nicht bleiben wird. Vielmehr wird wohl noch versucht werden ein paar Jährchen Knast draufzupacken.

Eine Antwort auf Antrag zu einem möglichen Gnadengesuch bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, um auf die gesamte Haftstrafe zu verzichten, blieb bisher ebenfalls aus, wovon man sich aber generell nicht viel versprechen braucht.

Der Bestrafungswille gegen Antifaschisten ist groß und die Staatsgewalt kann hier offenbar auf allen Ebenen verfahren wie sie gerade lustig ist, die Frage ist nur wie lange noch…

Vielleicht könnte hier noch der Bundespräsident aushelfen. Als alter Antikommunist der immer wieder anprangert dass sein Nazi-Vater in sowjetische Gefangenschaft geriet, Gauck selbst jedoch eine Zeit lang für die Stasi arbeitete, wird das aber auch sehr unwahrscheinlich sein.

Wir wünschen Smily jedenfalls viel Glück und Erfolg für seinen weiteren Weg und halten seine Entscheidung, die Haft einfach erst gar nicht anzutreten, für mehr als nur verständlich.

Freiheit für Smily! Freiheit für alle politischen Gefangenen weltweit!

Quelle

Heiko Köhler seiner Nachbarschaft bekannt gemacht

Am Abend des 11. September zogen 20-25 Menschen vor das Haus von Heiko Köhler in der Badstraße 59 in Aidlingen, Kreis Böblingen. Mit einer Spontandemonstration und Flugblättern wurde er seiner Nachbarschaft vorgestellt.

Heiko Köhler ist seit 2004 Mitglied der NPD, seit 2006 Mitglied des Vorstands des Regionalverbands der selben. Aktuell ist er Schatzmeister. Bei der diesjährigen Bundestagswahl kandidiert er auf Platz 5 der Landesliste der NPD in Baden-Württemberg, sowie im Wahlkreis Ludwigsburg als Direktkandidat.

Nazis aus ihren Verstecken holen!
Biedermänner sind geistige Brandstifter!
Es gibt KEIN Recht auf Nazipropaganda!!!

Quelle


Pro Deutschland scheitert in Heslach

Die Rassisten der Kleinstpartei „Pro Deutschland“ wollten heute im Rahmen ihrer Wahlkampftour Stuttgart besuchen. Ihre am Nachmittag vor zwei Moscheen angesetzten Kundgebungen wurden durch antifaschistische Proteste begleitet. Die Polizei versuchte mit einem massiven Einsatz der selbsternannten „Bürgerbewegung“ ihre Tour zu ermöglichen. Mehrere hundert AntifaschistInnen blockierten erfolgreich die Einfahrt der Rassisten in den Stadtteil Heslach, wo diese eine Kundgebung vor dem Linken Zentrum Lilo Herrmann angekündigt hatten. Anderthalb Stunden nach dem ursprünglich angekündigten Kundgebungsbeginn wurde der für die Rassisten abgesperrte Bereich auf dem Erwin-Schöttle-Platz durch GegendemonstrantInnen geentert.

Rassistenkundgebung und Proteste in Bad Cannstatt und Botnang

Im Stadtteil Bad Cannstatt demonstrierten rund hundert Menschen gegen das traurige Häuflein extrem Rechter. Diese hatten ein interkulturelles Zentrum, in dem unterschiedliche Religionsgemeinschaften Räume nutzen, als „schwarzen Fleck“ ausgemacht. Anschließend zogen die Rassisten weiter nach Stuttgart-Botnang, heftiger Regen vermasselte ihnen hier die Tour.
Sie konnten keinerlei Außenwirkung entfalten und waren überall entschlossenen Gegenprotesten ausgesetzt.

Auftakt der Proteste am Linken Zentrum Lilo Herrmann

Bereits ab 16 Uhr, also drei Stunden vor der angekündigten Rassistenkundgebung, sammelten sich AntifaschistInnen vor dem Linken Zentrum Lilo Herrmann. Aus den Fenstern wurde antifaschistische Musik gespielt und es wurden kurze Redebeiträge verlesen. Gegen 17:45 Uhr formierte sich eine Spontandemonstration in Richtung Erwin-Schöttle-Platz. Hier hatte die Polizei eine Art Käfig für die Rassisten aufgebaut und verteilte großzügig Platzverweise an alle, die nach Protest aussahen. Die Spontandemonstration wurde nach etwa hundert Metern, auf halber Strecke, gestoppt. Auf unterschiedlichen Wegen gelangen immer wieder entschlossene Antifas in Richtung Erwin-Schöttle-Platz, beziehungsweise auf die möglichen Anfahrtsrouten. Einer größeren Gruppe gelang es einen Blockadepunkt auf der Schickhardtstraße, die der direkte Anfahrtsweg von Botnang gewesen wäre, zu errichten. Insgesamt beteiligten sich rund 400 Menschen an den Protesten in Heslach.

Rabiater Polizeieinsatz gegen AntifaschistInnen

Insbesondere am Blockadepunkt in der Schickhardstraße offenbarte sich das Einsatzkonzept der Polizei. Durch ein massives Aufgebot und Gewalt sollte antifaschistischer Protest unterbunden werden. So wurde ein Großteil der Blockade unter Schlagstockeinsatz gekesselt. Etwa 30 Personen wurden vorort in Gewahrsam genommen. Auch an anderen Orten ging die Polizei immer wieder massiv gegen Demonstrierende vor und verhielt sich in keiner Weise deeskalierend.

Stuttgarter Polizei und „Pro Deutschland“ scheitern in Heslach

Die Blockaden der Zugangsstraßen zum Erwin-Schöttle-Platz konnten bis 20:30 Uhr blockiert werden. Anschließend zog die Polizei einen Teil der Einsatzkräfte zurück. AntifaschistInnen nutzten die Gelegenheit um den „Käfig“ zu entern und den Platz zu besetzen. Die Polizei gab über ihren Lautsprecherwagen bekannt, dass „Pro Deutschland das Stadtgebiet Stuttgart verlassen“ habe und bat darum „die Aufräumarbeiten nicht zu behindern“. Die AntifaschistInnen feierten den Erfolg der Proteste und zogen anschließend mit Parolen wie „Rassisten raus aus unserem Viertel“ und „Hoch die internationale Solidarität“ zum Linken Zentrum Lilo Herrmann. Hier sorgten „Die Versorger“ (eine linke Kochgruppe, die insbesondere den S21-Widerstand, sowie diverse antifaschistische Veranstaltungen bekocht hat) für Speis und Trank.

Vorläufiges Resümee der Proteste

Das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region wertet den Tag als deutlichen Erfolg. Trotz massivem Polizeieinsatz und über 30 Festnahmen ist es gelungen, die Rassisten von „Pro Deutschland“ an der Einfahrt nach Heslach zu hindern, so konnten diese ihre Kundgebung gar nicht erst durchführen. Insbesondere die Breite der Mobilisierung und die Solidarität der verschiedenen Spektren auf der Straße bietet eine gute Basis für zukünftige Proteste gegen rechte Umtriebe in Stuttgart. Trotz des antifaschistischen Erfolges des heutigen Tages darf nicht vergessen werden, dass sowohl am heutigen Tag, als auch in den vergangenen Wochen AntifaschistInnen massiven Repressalien ausgesetzt waren. Verwiesen sei an dieser Stelle auch auf die Erklärung der Roten Hilfe Stuttgart zur Fahrzeugbeschlagnahmung und den Hausdurchsuchungen vor knapp zwei Wochen.

Durch Zusammenhalt können wir effektiven Widerstand gegen rassistische und faschistische Umtriebe organisieren. Durch Solidarität können wir die Schläge der Repression abfedern und nutzen um an eigener Stärke zu gewinnen. Durch Organisierung können wir die eigene Seite aufbauen und an Stärke gewinnen.

Egal wie und wo die Faschisten, Rassisten und reaktionären Kräfte auftreten, wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten Widerstand organisieren! Der heutige Erfolg war ein motivierendes Erlebnis hierfür, auch im Hinblick auf den Naziaufmarsch am 12. Oktober in Göppingen und zukünftige Versuche rechter Kreise in Stuttgart und der Region Fuß zu fassen.

Alerta Antifascista!

Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart & Region
6. September 2013

Vorläufige Bilanz des Ermittlungsausschusses

Der Großteil der Festnahmen erfolgte im Rahmen des Polizeikessels in der Schickhardstraße. Ein Teil der hier Festgenommenen wurde bereits vorort wieder entlassen. 21 Personen wurden zwar zur Gefangenensammelstelle in der Hanemannstraße verbracht, dort jedoch an der U-Bahn-Station (Bahnfahrzeit nach Heslach 25 Minuten) entlassen. Zwischenzeitlich wurden alle Festgenommenen freigelassen.

Bericht der Demosanitäter

Es kam zu mehreren Verletzten. Drei Personen wurden durch die Demosanitäter behandelt. Ausserdem wurden mehrere Personen durch Schlagstockeinsatz geschädigt.

Vielen Dank an die Beobachternews die Demosanitäter, den Ermittlungsausschuss Stuttgart, das Linke Zentrum Lilo Herrmann und alle GenossInnen die uns beim Erstellen dieses Berichtes unterstützt haben

Quelle